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Der Verlauf von MS

Man unterscheidet unterschiedliche Stadien und Verläufe:

  • das klinisch isolierte Syndrom (KIS)
  • die schubförmige MS („relapsing-remitting”, RRMS)
  • die sekundär progrediente MS (SPMS)
  • die primär progrediente MS (PPMS)

KLINISCH ISOLIERTES SYNDROM (KIS)

Auftreten einer erstmaligen typischen klinischen Symptomatik, die von der Präsentation auf ein demyelinisierendes Ereignis deutet, es fehlen aber hier die klassischen Kriterien der zeitlichen Dissemination (= Nachweis einer zeitlichen Streuung von Plaques im Zentralnervensystem (ZNS).

Schubförmige MS (RRMS)

Schubförmig remittierende MS (RRMS)

Häufigste Form der MS bei Krankheitsbeginn (macht ca. 85% aller Fälle aus). Gekennzeichnet durch klar definierte Schübe, die sich meist über Tage bis Wochen entwickeln, gefolgt von einer vollständigen Remission oder einer Erholung mit gewissem Restdefizit. Die RRMS kann mit der Zeit in eine progrediente Form übergehen. Nach 10 Jahren hat mehr als die Hälfte der MS-PatientInnen eine progrediente Erkrankung entwickelt und nach 25 Jahren haben 90 % eine progrediente Erkrankung.

Sekundär progrediente MS (SPMS)

Sekundär progrediente MS (SPMS)

Beginnt stets als RRMS; an einem bestimmten Punkt ändert sich jedoch der klinische Verlauf und es kommt zu einer kontinuierlichen funktionellen Verschlechterung. Kann gelegentliche Schübe und kleinere Remissionen umfassen. Für PatientInnen mit RRMS liegt das Risiko, eine SPMS zu entwickeln bei ~2,5% pro Jahr; d.h. bei den meisten PatientInnen geht die RRMS in eine SPMS über, wobei das mediane Zeitintervall 19 Jahre beträgt1.

Primär progrediente MS (PPMS)

Primär progrediente MS (PPMS)

Macht ca. 15% aller MS-Fälle aus und ist die schwerwiegendste Form der Erkrankung, da sich die Behinderung schneller entwickelt. Gekennzeichnet durch eine kontinuierliche funktionelle Verschlechterung ab Krankheitsbeginn mit oder ohne gelegentliche Plateauphasen und vorübergehende Remissionen. Es lässt sich eine allmähliche, beinahe kontinuierliche Zunahme der körperlichen Behinderung ohne eindeutige Schübe beobachten. Die Krankheit beginnt gewöhnlich später im Leben (Durchschnittsalter ca. 40 Jahre) und die Behinderung entwickelt sich rascher.

Progredient schubförmige MS (PRMS)

Progredient schubförmige MS (PRMS)Die progredient schubförmige MS (PRMS) ist eine Mischung zwischen PPMS und SPMS und macht ca. 5% aller MS-Fälle aus. Wie bei PPMS kommt es zu einer kontinuierlichen Verschlechterung der Erkrankung ab Krankheitsbeginn. Allerdings treten wie bei SPMS gelegentlich Schübe auf, die den progredienten Verlauf überlagern1.

 

Schübe und Remissionen

Verlaufskurve: Schübe und Remissionen der Multiplen SkleroseDer entzündliche Angriff auf das Myelin, der die Symptome der MS verursacht, ist nicht unbedingt ein kontinuierlicher Prozess. Vielmehr besteht bei den meisten PatientInnen das Muster aus Schub (gekennzeichnet durch einen akuten entzündlichen Schub und plötzlichen Symptomausbruch) und Remission eines der zentralen Merkmale der Erkrankung.

In frühen Krankheitsstadien kommt es oft zu einer Remission der Symptome, die vermutlich auf das Abklingen der Entzündungsprozesse und eine gewisse reparative Aktivität einschließlich Remyelinisierung (Reparatur des geschädigten Myelins) der betroffenen Axone zurückzuführen ist. Remission bedeutet nicht, dass alle Symptome der MS verschwinden, sondern vielmehr, dass die MS-PatientInnen zu dem Zustand zurückkehren, in dem sie sich vor Beginn des Schubes befanden (mit oder ohne Restdefizit)2.

Mit jedem erneuten Schub erfolgt die Remyelinisierung weniger vollständig, was letztlich zu einer immer stärkeren Axonschädigung und einem zunehmenden Verlust der Signalübertragung führt.

Referenzen:

1 Gold R, al. e. DGN-Leitlinie Diagnose und Therapie der Multiplen Sklerose; Stand Jänner 2012, Ergänzung Aug 2014
2 Volker Limmroth, Eckhart Sindern: Multiple Sklerose. Thieme, Stuttgart 2004

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