Sie müssen Cookies in ihrem Browser aktivieren um diese Website/Applikation in vollem Umfang benutzen zu können.
Sie verwenden einen veralteten Browser mit möglichen Sicherheitsschwachstellen und können nicht alle Funktionen dieser Webseite nutzen. Hier erfahren Sie, wie einfach Sie Ihren Browser aktualisieren können.

Kontakt und Informationen

Kostenlose, telefonische sozialrechtliche und psychologische Beratung

Infoline: 0800/203909
Mo-Do: 09:00 – 16:00 Uhr
Fr: 09:00 – 13:00 Uhr

info@ms-service.at

Infoline: 0800/203909 mehr

MS im Überblick

Was ist Multiple Sklerose (MS)?

MS ist eine der häufigsten Ursachen für nicht traumatisch-bedingte Behinderung bei Erwachsenen jüngeren und mittleren Alters. Es handelt sich um eine chronische Autoimmunerkrankung. Dabei bekämpft der Körper bei einer MS-Erkrankung seine eigenen Zellen, weil er sie für Eindringlinge hält. Die Multiple Sklerose ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems. Durch eine Fehlfunktion des Immunsystems greifen körpereigene Zellen die Nervenscheiden der Nervenfasern und/oder die Nervenzellen (Neurone) selbst an1.

Symptome, Schweregrad und Verlauf der MS können je nach betroffener Körperstelle und Ausmaß der Schädigung innerhalb des Nervensystems sehr unterschiedlich ausfallen. Typischerweise schreitet die Krankheit mit den Jahren fort und führt bei einigen, jedoch nicht bei allen PatientInnen, zu einem unterschiedlichen Grad an Behinderung.

  • Bis zu 2,5 Millionen Menschen leiden weltweit unter MS. Diese bricht oft zu Beginn des Erwachsenenalters (zwischen 20 und 40 Jahren) aus. Bei Frauen ist das MS-Risiko doppelt so hoch wie bei Männern2,3.
  • Die Häufigkeit von MS variiert je nach Region. In gemäßigten Klimazonen ist die Inzidenz höher als in äquatorialen Gebieten. In Europa steigt die MS-Prävalenz (= Krankheitshäufigkeit) von Süden nach Norden kontinuierlich an. (20/100 000 bis 200/100 000). Durch den Einfluss von unterschiedlichen Lifestyle-Faktoren, aber auch ethnischen Veränderungen durch Einwanderungen in verschiedene Regionen, kann es aber zu Abweichungen dieser generellen Aussage kommen4.
  • In Österreich leben ungefähr ca. 12.000 Patienten mit MS. Die Prävalenz (= Krankheitshäufigkeit) liegt bei durchschnittlich 148 / 100 000 Einwohnern5.

Symptome

Symptome der Multiplen SkleroseDie Symptome der MS sind extrem unterschiedlich und hängen von der Lokalisation, vom Ausmaß der Demyelinisierung und Axonschädigung im Zentralnervensystem ab.

Zwar haben die meisten PatientInnen mit MS mehr als ein Symptom, doch treten gewöhnlich nicht alle Symptome auf. Die Erkrankung zeigt kein festes Muster und das klinische Bild fällt bei den einzelnen PatientInnen sehr unterschiedlich aus6.

Verlaufsformen

Es gibt vier verschiedene Formen von MS: das klinisch isolierte Syndrom (KIS), die schubförmige MS („relapsing-remitting”, RRMS), die sekundär progrediente MS (SPMS) und die primär progrediente MS (PPMS). Bei rund 80% aller MS-PatientInnen bricht die Erkrankung als schubförmig remittierende MS Form aus7.

Wie wird MS diagnostiziert?

MS kann nicht anhand eines einzigen Tests diagnostiziert werden. Ziel ist es herauszufinden, ob die Symptome auf eine MS oder eine andere Störung des Zentralnervensystem zurückzuführen sind. Die MS-Diagnose basiert auf:

  • Episoden neurologischer Symptome und Anzeichen, die typisch für einen MS-Schub sind. Als Schub bezeichnet man klinische Ausfälle und Symptome, die neu auftreten oder auch bereits zuvor aufgetreten sind. Sie müssen mindestens 24 Stunden anhalten, mit einem Zeitintervall von mindestens 30 Tagen zum Beginn vorausgegangener Schübe auftreten und nicht im Rahmen von Infektionen erklärbar sein.
  • Anhand einer Magnetresonanztomographie (MRT) des Gehirns und des Rückenmarks können durch MS verursachte Entzündungen und Narbengewebe im Zentralnervensystem festgestellt werden.
  • Liquor wird entnommen und auf MS-typische Marker getestet, um die Diagnose zu bestätigen.
  • Mit Hilfe der evozierten Potenziale (EP) wird die Leitfähigkeit der Nervenbahnen im Zentralnervensystem gemessen. Auf diese Weise können auch demyelinisierte Läsionen entdeckt werden7.

Wie wird MS behandelt?

MS kann je nach Krankheitsstadium auf unterschiedliche Weise behandelt werden. Einerseits werden akute Schübe mit Corticosteroiden therapiert. Um den Verlauf der Erkrankung zu beeinflussen, wird nach der sogenannten Stufentherapie mit immunmodulatorischen bzw. immunsuppressiven Medikamenten vorgegangen. Begonnen wird die Behandlung mit der Basistherapie. Kommt es trotz dieser zu einem Fortschreiten der MS, wird auf eine Eskalationstherapie umgestellt. Dadurch wird die Immunantwort verändert und die Entzündungsaktivität im Gehirn reduziert. Diese Therapien können helfen, neue Schübe können helfen, neue Schübe zu verhindern und den progressiven Verlauf der MS zu verlangsamen. Zudem gibt es Therapien zur Behandlung der individuellen MS-Symptome7.

Referenzen:

1Volker Limmroth, Eckhart Sindern: Multiple Sklerose. Thieme, Stuttgart 2004
2Kingwell et al; Incidence and prevalence of multiple sclerosis in Europe: a systematic review. BMC Neurol. 2013 Sep 26
3D. Sturm et al; Multiple sclerosis: a review of the disease and treatment options; Consult Pharm. 2014 Jul;29(7):469-79
4Kingwell et al; Incidence and prevalence of multiple sclerosis in Europe: a systematic review. BMC Neurol. 2013 Sep 26
5Ulf Baumhackl: Multiple Sklerose – Prävalenz & Therapie im 12-Jahres-Vergleich in Österreich. Facultas, 2014
6Volker Limmroth, Eckhart Sindern: Multiple Sklerose. Thieme, Stuttgart 2004
7Gold R, al. e. DGN-Leitlinie Diagnose und Therapie der Multiplen Sklerose; Stand Jänner 2012, Ergänzung Aug 2014

.