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MS-Schutz und Recht: Steuerliche Aufwendung

Veröffentlicht am

Herr DGKP Mag. Rolf Reiterer informiert in seiner Funktion als diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger (DGKP) mit abgeschlossenem Studium der Rechtswissenschaften direkt in MS-Selbsthilfegruppen oder per Telefon. Die nunmehr erscheinende Rubrik behandelt wahre Geschichten, die ihm im Laufe seiner Tätigkeit bekannt wurden. Die Namen sind dabei zufällig gewählt, die Inhalte umfassen nicht nur einen konkreten Fall, sondern setzen sich aus mehreren Geschichten zusammen.

Betroffene und Angehörige wollen über die steuerliche Absetzbarkeit von Aufwendungen für Krankheiten bzw. Behinderungen Bescheid wissen. Deswegen wurden die Begriffe Bemessungsgrundlage (der Betrag, wovon die Steuer letztlich bemessen wird), Brutto (alles inkl. Sozialversicherungsbeiträge und Einkommenssteuer) und Netto (jener Betrag, der vom Dienstgeber ausbezahlt wird) in vorangegangenen Beiträgen erklärt. Je nach anzuwendendem Grenzsteuersatz (das ist jener Betrag, ab dem der Steueranteil höher wird) muss man entweder gar keine Einkommenssteuer, oder einstiegsweise 25 % sowie – wenn man sehr viel Geld verdient – bis zu 55 % Lohnsteuer abtreten.

Im aktuellen Beitrag erfahren Sie, welche Aufwendungen für Krankheit bzw. Behinderung abgesetzt werden können. Die Grundlage dafür ist §35 Einkommensteuergesetz (EstG) und „außergewöhnliche Belastungen bei Behinderung“ genannt wird. Daneben sei noch erwähnt, dass auch der/die (gesunde) (Ehe-)Partner/in steuerliche Aufwendungen absetzen kann, sofern der/die behinderte Partner/in nicht mehr als 6.000.- Euro pro Jahr an Einkommen erreicht.

Grundsätzlich ist – wenn kein Pflegegeld bezogen wird – ein so genannter pauschaler Freibetrag, der vom Grad der Behinderung abhängig ist, für die steuerliche Absetzbarkeit vorgesehen. Die nachfolgende Tabelle stellt den Grad der Behinderung und die Höhe des möglichen Absetzbetrages dar:

Grad der Behinderung Jahresfreibetrag
25 % bis 34 % EUR 75.-
35 % bis 44 % EUR 99.-
45 % bis 54 % EUR 243.-
55 % bis 64 % EUR 294.-
65 % bis 74 % EUR 363.-
75 % bis 84 % EUR 435.-
85 % bis 94 % EUR 507.-
ab 95 % EUR 726.-

Darüber hinaus kann man aber auch Aufwendungen geltend machen, die über die Summe pflegebedingter Geldleistungen (Pflegegeld, Pflegezulage, Blindengeld oder Blindenzulage) hinausgehen.

Das können zum einen nicht regelmäßig anfallende Aufwendungen für Hilfsmittel (z.B. Rollstuhl, rollstuhlgerechte Adaptierung der Wohnung etc.), zum anderen aber auch die Kosten einer Heilbehandlung im Zusammenhang mit der Behinderung sein. Als Kosten der Heilbehandlung gelten jedenfalls Arzt-, Spitals-, Kur- und Therapiekosten sowie sämtliche Kosten für Medikamente, die im Zusammenhang mit der Behinderung stehen.

Welche Aufwendungen noch abgesetzt werden können, erfahren Sie im kommenden Beitrag.

Weitere Artikel zum Thema MS-Schutz und Recht:

Autor: Mag. Rolf Reiterer

Für die Richtigkeit und Vollständigkeit des Inhalts ist Mag. Rolf Reiterer verantwortlich. DGKP Mag. Rolf Reiterer ist diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger (DGKP) mit abgeschlossenem Studium der Rechtswissenschaften. Mag. Rolf Reiterer ist als unabhängiger Jurist für Patient.Partner tätig und unter der Infoline 0800/203909 von Mo-Do 9-16 Uhr und Fr 9-13 Uhr erreichbar.

Quelle: MSeitenweise 2/2018

Referenzen:

  • §35 Abs 1 EStG
  • 35 Abs 3 EStG
  • 35 Abs 5 iVm §34 Abs 6 EStG
  • gv.at, Außergewöhnliche Belastungen bei Behinderungen idF vom 10.7.2018
  • gv.at, Außergewöhnliche Belastungen bei Behinderungen idF vom 10.7.2018
  • 34 Abs 4 EStG

, Veröffentlicht in: PatientInnen, Angehörige
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