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Kontakt und Informationen

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Fragen & Antworten

FRAGEN ZU MEDIZINISCHEN BELANGEN

Was sind die häufigsten Symptome von MS?

Die Symptome sind vielfältig und können unterschiedliche Ausprägungen vorweisen. Sehstörungen gehören durch die Entzündung des Sehnervs zu den häufigsten Frühsymptomen der Multiplen Sklerose. Daneben zählen „Fatigue“ (rasche Erschöpfung nach geringen körperlichen oder geistigen Anstrengungen), Sensibilitätsstörungen und Missempfindungen (Kribbeln, Brennen, Taubheitsgefühl, Ameisenlaufen) zu den häufigsten Symptomen. Weitere Frühsymptome sind auch leichte Lähmungen, Koordinationsstörungen und Gangunsicherheiten. Das Auftreten einer solchen Symptomatik erfordert die rasche Abklärung durch die ÄrztIn! Eine möglichst früh erfolgte Diagnosestellung kann durch den sofortigen Therapiebeginn den Verlauf positiv beeinflussen.1

Was ist die Ursache von MS?

Zwar ist bekannt, dass die Multiple Sklerose eine Autoimmunreaktion darstellt, doch bleiben die eigentlichen Auslöser dieser Reaktion weiterhin ein Rätsel. Die meisten ExpertInnen stimmen darin überein, dass der Auslöser höchstwahrscheinlich eine Kombination aus umweltbedingten, genetischen und viralen Faktoren ist. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass bestimmte Umwelteinflüsse, wie z.B. geographische Lage, Sonneneinstrahlung, Vit D-Spiegel, Viren (z.B. das Eppstein Barr Virus, u.a.) aber auch einige andere Faktoren die Entwicklung einer MS beeinflussen können. Genetische Faktoren spielen bei MS sicherlich ebenfalls eine Rolle. Zwillings- und Familienstudien zeigen, dass jemand, der mit einem MS-PatientInnen verwandt ist, ein höheres Risiko für die Entwicklung der Erkrankung hat, als jemand ohne eine entsprechende familiäre Vorgeschichte. Bei Verwandten ersten Grades scheint das Risiko am höchsten zu sein (1:3, wenn ein eineiiger Zwilling die Erkrankung hat). Für die Kinder oder Geschwister von MS-PatientInnen ist das Risiko, die Krankheit zu entwickeln, jedoch weiter sehr gering, und beträgt ca 3%.2-11

FRAGEN ZU RECHTLICHEN BELANGEN

Wo bekomme ich Auskünfte über Pflegegeldanträge?
Eine sehr gute Informationsquelle für alle Belange rund um MS finden Sie bei der Österreichischen MS-Gesellschaft und den jeweiligen Landesgesellschaften in allen österreichischen Bundesländern (außer Vorarlberg). Sie finden hier Informationen zu Sozialer Rehabilitation, Behindertenpass, Schutzbestimmungen, Pflegegeld, Gebührenbefreiung, Förderungen, Pensionen.

Gerne können wir Ihnen und Ihren Angehörigen zu den Bereichen, die möglicherweise im Laufe einer MS-Erkrankung Relevanz bekommen können, individuelle Auskünfte erteilen, die Ihre persönliche Lebenssituation eingehend berücksichtigt. RechtsexpertInnen aus den einzelnen Bundesländern werden dazu konsultiert um den aktuellen Stand der österreichischen Legislative im Bundespflegegeldgesetz einbeziehen zu können. Anspruchsberechtigung und Anspruchsvoraussetzungen, Bezugsdauer und –höhe werden dabei genau berechnet. Wir bieten unsere Hilfe dazu über unser MS-Kompetenzteam mit einem eigens engagierten Rechtsexperten an. Mag. Rolf Reiterer beantwortet Ihre Fragen dazu.

FRAGEN ZU PSYCHOLOGISCHEN UND PARTNERSCHAFTLICHEN BELANGEN

Was bedeutet die Erkrankung meiner/s PartnerIn für unsere Beziehung?
Die Diagnose MS bedeutet nicht nur Veränderungen im Leben des Betroffenen, sondern auch für das Leben des nahen Umfelds. Die Kommunikation innerhalb der Partnerschaft bekommt einen neuen Stellenwert. Es ist wichtig, einen sicheren Rückzugsraum zu erhalten, indem wertfreie Diskussionen stattfinden können. Es kann aber auch aufgrund enger emotionaler Verbindungen (insbesondere in einer Partnerschaft) dazu kommen, dass eine neue objektive und wertfreie Kommunikationsebene vor dem Hintergrund der Erkrankung geschaffen werden muss. Schafft ein Paar gemeinsam diese Herausforderungen (Sexualfunktionsstörungen, Kinderwunsch, Elternschaft, etc.), kann eine Stärkung der Beziehung resultieren. Professionelle Hilfe sollte hier immer wieder als eine Option in Betracht gezogen werden, da unter anderem auch die Erkrankung per se depressive Verstimmungen durch die Veränderungen im Körper mit sich bringen kann. Eine Gesprächstherapie kann insbesondere in der Anfangszeit eine – für den Krankheitsverlauf bei MS sehr bedeutende Komponente, nämlich die positive Lebenseinstellung – herausragende Wende bedeuten. Auch hier können Sie weitere Antworten auf Ihre Fragen über das MS-Kompetenzteam erhalten. Frau Dr.in Doris Bach, Mitglied des MS-Kompetenzteams, steht Ihnen für Ihre Fragen gerne zur Verfügung. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserer Broschüre.

FRAGEN ZUM LEBEN MIT MS

Wie kann ich meine/n PartnerIn zu mehr Bewegung motivieren?
Sport und MS schließen einander nicht aus. Ganz im Gegenteil! In vielen Studien wurde die positive Wirkung von Bewegung und Sport gerade bei Erkrankungen hervorgehoben und nachgewiesen. Das verbesserte Körpergefühl und die Steigerung der Lebensqualität sind für jeden Menschen zur Gesund- und Aufrechterhaltung des körperlichen Wohlbefindens wesentlich. Insbesondere bei der MS kommt einer verbesserten Koordination und Kondition eine noch größere Bedeutung zu als sie es ohnehin hat. Geeignet Sportarten können die Stimmung heben und viel Energie schenken. Sollten Sie, Bewegung noch nicht in Ihr Leben integriert haben, so nehmen Sie nun die Gelegenheit wahr, durch körperliche Bewegung mehr an Gesundheit und Wohlbefinden zu erlangen. Überfordern Sie sich nicht sondern lassen Sie ein schrittweises Heranführen zu: Es muss nicht sogleich eine anspruchsvolle Wanderung sein. Ein kleiner Spaziergang im Wald, eine kurze Radtour sorgen für Frischluft und so können Sie Licht und Energie tanken. Vom MS-Service erarbeitete Broschüren können Sie hier anfordern oder downloaden.

Referenzen:

1 Gold R, al. e. DGN-Leitlinie Diagnose und Therapie der Multiplen Sklerose; Stand Jänner 2012, Ergänzung Aug 2014
2 Belbasis L, et al; Environmental risk factors and multiple sclerosis: an umbrella review of systematic reviews and meta-analyses. Lancet Neurol. 2015 Feb 3. pii: S1474-4422(14)70267-4
3 Mameli G et al; Expression and activation by Epstein Barr virus of human endogenous retroviruses-W in blood cells and astrocytes: inference for multiple sclerosis; PloS ONE. 2012;7(9)
4 Bagert BA et al; Epstein-Barr virus in multiple sclerosis; Curr Neurol Neurosci Rep. 2009 Sep;9(5):405-10.
5 Belbasis L, et al; Environmental risk factors and multiple sclerosis: an umbrella review of systematic reviews and meta-analyses. Lancet Neurol. 2015 Feb 3. pii: S1474-4422(14)70267-4
6 Hedström AK et al; The Role of Environment and Lifestyle in Determining the Risk of Multiple Sclerosis; Curr Top Behav Neurosci. 2015 Feb 24
7 Didonna A et al; Genetic determinants of risk and progression in multiple sclerosis; Clin Chim Acta. 2015 Feb 4
8 Fagnani C et al; Twin studies in multiple sclerosis: A meta-estimation of heritability and environmentality. Mult Scler. 2015 Jan 12
9 C. Ebers et al; Conjugal multiple sclerosis: population-based prevalence and recurrence risks in offspring. Canadian Collaborative Study Group; Annals of Neurology, Band 48, Nummer 6, Dezember 2000, S. 927–931
10 P. Robertson et al; Age-adjusted recurrence risks for relatives of patients with multiple sclerosis; Brain : a journal of neurology. Band 119 ( Pt 2), April 1996, S. 449–455
11 Bagert BA et al; Epstein-Barr virus in multiple sclerosis; Curr Neurol Neurosci Rep. 2009 Sep;9(5):405-10

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