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Atmung – der Motor der Stimme

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Das Leben beginnt mit dem ersten und endet mit dem letzten Atemzug. Die Atmung ist unser Lebenselixier. Sie begleitet uns, ohne dass wir uns eigentlich darüber Gedanken machen müssen.

Die Atmung reagiert auf alles, was den Menschen bewegt. Bei Anstrengung kann einem die Puste ausgehen und in stressigen Situationen – wie ein Sprichwort sagt – die Luft wegbleiben. Genauso kann man etwas „Atemberaubendes“ erleben. Und eine erleichternde Nachricht kann dazu führen, dass man wieder richtig durchatmet. Diese umgangssprachlichen Wendungen zeigen, dass die Atmung weit mehr ist als nur Luft holen.

Aufgabe der Atmung

Die primäre Funktion der Atmung ist der Gasaustausch (Zutransport von Sauerstoff und Abtransport von Kohlendioxid). Sekundär wird der Strom des Ausatmens zur Stimmerzeugung genutzt.

Was passiert bei der Atmung?

Beim Einatmen strömt Luft durch Nase, Rachen, Kehlkopf, Stimmbänder und Luftröhre in die Bronchien und Bronchiolen bis zu den Lungenbläschen. In den Lungenbläschen findet der Gasaustausch zwischen Körper und Außenwelt statt.

  • Es wird Sauerstoff (O2) aus der Atemluft ins Blut des Lungenkreislaufs aufgenommen und über die Blutzirkulation in die Gewebe transportiert.
  • In den Zellen wird der Sauerstoff in Stoffwechselvorgängen verbraucht, als Abfallprodukt entsteht Kohlendioxid (CO2)
  • Das Kohlendioxid wiederum gelangt über das Blut zurück zur Lunge und wird dort an die Umwelt abgeatmet.

Wie oft atmet der Mensch?

Die Atemfrequenz bei einem Erwachsenen in Ruhe beträgt durchschnittlich 12-16 Atemzüge pro Minute. 12 Atemzüge pro Minute entsprechen 720 Atemzüge in einer Stunde und 17.280 Atemzüge an einem Tag.

Unterschied Brust- und Bauchatmung

Beim Einatmen unterscheidet man zwischen Brust- und Bauchatmung. Bei der Brustatmung erweitert sich im Wesentlichen der Brustkorb. Die Rippen ziehen das passive Zwerchfell in die Höhe, die Bauchwand bewegt sich kaum. Im Gegensatz dazu werden bei der Bauchatmung die Eingeweide durch das Zusammenziehen des Zwerchfells heruntergedrückt und der Bauch wölbt sich vor. Im Normalfall werden Brust- und Bauchatmung sowohl bei tiefer als auch bei oberflächlicher Atmung miteinander kombiniert. Die Bauchatmung ist die gesündere Form der Atmung, weil sie im Vergleich zur Brustatmung weniger Energie verbraucht und sie dazu geeignet ist, den Blutdruck zu senken und die Verdauung zu fördern.

Stimmbildung

Die Stimmbänder sind beim normalen Ein– und Ausatmen entspannt und der Spalt zwischen den Stimmbändern (Stimmritze) ist weit geöffnet. So kann die Luft ungehindert ein- und ausströmen.

Um Stimme zu erzeugen, müssen die Stimmbänder gespannt werden. Die Stimmritze ist dann bis auf einen kleinen Spalt verengt. Die Ausatemluft strömt aus der Lunge auf die gespannten Stimmbänder und versetzt diese in Schwingungen, wodurch ein Ton entsteht.

Stimme Spiegel der seelischen Gesundheit

Die Verwendung von Redewendungen wie „es hat mir die Sprache verschlagen“ oder „ich bin sprachlos“ kommt nicht von ungefähr. Die Stimme wird bei Angst, Nervosität und Traurigkeit schnell brüchig oder schießt in die Höhe, im schlimmsten Fall versagt sie sogar ganz. Grund dafür ist das Nervensystem, bzw. die nervale Verbindung zwischen dem Sprachzentrum im Gehirn mit dem Stimmapparat.

Stimmprobleme und ihre Ursachen

Neben einem emotionalen Ungleichgewicht führen in erster Linie Erkrankungen der Atemwege zu Problemen mit der Stimme. Nach einer Erkältung kann es vorkommen, dass die Stimme auch nach dem Abklingen von Halsschmerzen, Heiserkeit und Schluckbeschwerden angegriffen bleibt und sich nicht vollständig erholt. Aus diesem Grund sollte eine Heiserkeit, die über 14 Tage andauert, vom HNO-Arzt abgeklärt werden.

Was ist gut für die Stimme?

  • Trinken Sie ausreichend! Am besten stilles Wasser oder milde Kräutertees.
  • Atmen Sie durch die Nase ein und aus.
  • Schonen Sie Ihre Stimme, wenn diese angriffen ist.
  • Nehmen Sie Ihre Stimme wahr und erkennen Sie, wenn sie überlastet ist.
  • Lutschen Sie Bonbons ohne Menthol.
  • Ernähren Sie sich gesund und schlafen sie ausreichend.
  • Achten Sie auf ein angenehmes Sprechtempo und ihre Sprachlautstärke.
  • Achten Sie auf eine aufrechte Körperhaltung.
  • Schaffen Sie ein gutes Raumklima. Lüften Sie ausreichend und achten Sie auch auf genügend Luftfeuchtigkeit.
  • Achten Sie auf eine gute Balance zwischen Belastung und Entspannung.

Was sollten Sie Ihrer Stimme zu liebe meiden?

  • Säurehaltige und zu scharfe Getränke und Speisen (Orangensaft, Wein, Chili);
  • Scharfe Bonbons mit Menthol;
  • Zu kalte und heiße Getränke;
  • Rauchen und Alkohol;
  • Übermäßiger Koffeingenuss;
  • Räuspern und Flüstern;
  • Lautes Sprechen, Singen oder Rufen, versuchen Sie, Hilfsmittel einzusetzen (Mikrofone);
  • Schädliche Umwelteinflüsse (Allergene, Abgase, Rauch, Gifte);
  • Bei einer Erkältung Milchprodukte;
  • Durch den Mund ein und ausatmen.

 

 

Verwendete Literatur:

Brügge, W. & Mohs, K. (2019). Therapie funktioneller Stimmstörungen. Übungssammlung zu Körper, Atem, Stimme. 8. Auflage, Basel: Ernst Reinhardt Verlag.
Friedrich G., Bigenzahn W. & Zorowka P (2015). Phoniatrie und Pädaudiologie. Einführung in die medizinischen psychologischen und linguistischen Grundlagen von Stimme, Sprache und Gehör. 5. Auflage. Bern: Hogrefe vorm. Hans Huber.
Lippert, H., Herbold D. & Lippert-Burmester W. (2017). Anatomie. Text und Atlas. 10.Auflage. München: Urban&Fischer/Elsevier.
Siegmüller, J. & Bartels, H. (2017). Leitfaden Sprache Sprechen Stimme Schlucken. 5. Auflage. München: Urban&Fischer/Elsevier.

 

Datum der Erstellung 06/2020, AT2006836721


, Veröffentlicht in: PatientInnen, Angehörige, Fachgruppen
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